Pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung: Lohnt sich das wirk­lich?

Ein älterer Mann sitzt nachdenklich auf dem Bett und überprüft seine Finanzunterlagen. | © Getty Images

Lese­zeit: 17 Minu­ten

Das Wich­tigs­te in Kür­ze

  • Eine pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung (klas­sisch vs. fondsgebunden/ETF) ist ein sinn­vol­ler Bau­stein der Alters­vor­sor­ge sein, aber nicht in jeder Form.
  • Klas­si­sche Ren­ten­ver­si­che­run­gen bie­ten hohe Sicher­heit, aber oft gerin­ge Ren­di­te­chan­cen.
  • Fonds­ge­bun­de­ne Ren­ten­ver­si­che­run­gen und ETF-basier­­te Poli­cen ermög­li­chen höhe­re Ren­di­ten, gehen aber mit Markt­ri­si­ken ein­her.
  • Steu­er­li­che Vor­tei­le, lebens­lan­ge Ren­ten­zah­lung und Hin­ter­blie­be­nen­schutz kön­nen ent­schei­den­de Plus­punk­te sein.
  • Die Fak­to­ren zum Erfolg einer pri­va­ten Ren­ten­ver­si­che­rung, hän­gen stark von Ein­kom­men, Risi­ko­be­reit­schaft, Anla­ge­ho­ri­zont und Gesamt­stra­te­gie ab.

War­um das The­ma pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung so pola­ri­siert

Kaum ein Pro­dukt der Alters­vor­sor­ge wird so unter­schied­lich bewer­tet wie die pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung. Wäh­rend eini­ge sie als wich­ti­gen Bau­stein lang­fris­ti­ger Absi­che­rung betrach­ten, sehen ande­re in ihr ein teu­res und wenig fle­xi­bles Pro­dukt.

Die­se gegen­sätz­li­chen Ein­schät­zun­gen ent­ste­hen, weil Ren­ten­ver­si­che­run­gen sehr unter­schied­lich auf­ge­baut sein kön­nen. Es gibt klas­si­sche Garan­tie­ta­ri­fe mit nied­ri­gen Ren­di­ten, moder­ne fonds­ge­bun­de­ne Vari­an­ten mit ETF-Fokus und Misch­for­men. Wer pau­schal urteilt, über­sieht die­se Unter­schie­de.

Was ist eine pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung über­haupt?

Eine pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung ist ein Ver­si­che­rungs­ver­trag, bei dem Sie über vie­le Jah­re Bei­trä­ge ein­zah­len, um spä­ter eine lebens­lan­ge Ren­te oder Kapi­tal­aus­zah­lung zu erhal­ten. Sie ergänzt die gesetz­li­che Alters­vor­sor­ge und gehört zur drit­ten Vor­sor­ge­schicht.

Die Idee dahin­ter:
Sie tau­schen Kapi­tal gegen Pla­nungs­si­cher­heit. Wäh­rend bei einem Depot das Risi­ko besteht, dass das Geld irgend­wann auf­ge­braucht ist, garan­tiert die Ren­ten­ver­si­che­rung eine lebens­lan­ge Aus­zah­lung.

Ziel der pri­va­ten Alters­vor­sor­ge mit Ren­ten­ver­si­che­rung

Die gesetz­li­che Ren­te allein reicht für vie­le Men­schen nicht aus, um ihren Lebens­stan­dard im Alter zu sichern. Eine pri­va­te Alters­vor­sor­ge Ren­ten­ver­si­che­rung soll die­se Lücke schlie­ßen.

Typi­sche Zie­le:

  • Siche­rung eines sta­bi­len Ein­kom­mens im Alter
  • Schutz vor Lang­le­big­keits­ri­si­ko
  • steu­er­li­che Vor­tei­le
  • Hin­ter­blie­be­nen­schutz
  • plan­ba­re Ein­kom­mens­struk­tur im Ruhe­stand

Klas­si­sche pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung (Funk­ti­ons­wei­se)

Bei der klas­si­schen Vari­an­te inves­tiert der Ver­si­che­rer das Geld über­wie­gend in fest­ver­zins­li­che Anla­gen wie Staats- oder Unter­neh­mens­an­lei­hen. Dadurch sind Garan­tien mög­lich, etwa ein garan­tier­ter Ren­ten­fak­tor oder ein Min­dest­ka­pi­tal.

Das bedeu­tet:
Die Ren­di­te ist begrenzt, dafür ist das Risi­ko gerin­ger. Die­ses Modell funk­tio­niert ähn­lich wie ein lang­fris­ti­ger Spar­ver­trag mit Ver­si­che­rungs­kom­po­nen­te.

Vor­tei­le der klas­si­schen Ren­ten­ver­si­che­rung

Sicher­heit

Ein gro­ßer Vor­teil ist die hohe Pla­nungs­si­cher­heit. Vie­le Tari­fe garan­tie­ren:

  • Min­dest­leis­tung
  • lebens­lan­ge Ren­te
  • sta­bi­le Aus­zah­lung
  • Schutz vor Markt­schwan­kun­gen

Lang­le­big­keits­ab­si­che­rung

Ein zen­tra­les Argu­ment für Ver­si­che­rungs­pro­duk­te: Sie zah­len lebens­lang, egal wie alt Sie wer­den. Bei eige­nem Kapi­tal­auf­bau besteht das Risi­ko, dass das Geld zu früh auf­ge­braucht wird.

Psy­cho­lo­gi­scher Fak­tor

Für vie­le Men­schen ist eine garan­tier­te Ren­te beru­hi­gend. Sie redu­ziert Ent­schei­dungs­druck im Ruhe­stand und ver­hin­dert Fehl­ent­schei­dun­gen beim Kapi­tal­ver­brauch.

Nach­tei­le der klas­si­schen Ren­ten­ver­si­che­rung

Nied­ri­ge Ren­di­te

Die kon­ser­va­ti­ve Kapi­tal­an­la­ge führt dazu, dass klas­si­sche Tari­fe häu­fig kaum über Infla­ti­ons­ni­veau lie­gen. Lang­fris­tig kann das zu rea­lem Kauf­kraft­ver­lust füh­ren.

Kos­ten­struk­tur

Abschluss- und Ver­wal­tungs­kos­ten kön­nen die effek­ti­ve Ren­di­te deut­lich sen­ken. Die­se Kos­ten sind nicht immer trans­pa­rent. Teil­wei­se sogar kaum über Infla­ti­ons­ni­veau.

Gerin­ge Fle­xi­bi­li­tät

Kapi­tal­entnah­men, Bei­trags­an­pas­sun­gen oder Kün­di­gun­gen sind oft ein­ge­schränkt oder mit Nach­tei­len ver­bun­den.

Hast Du Fra­gen zu Dei­ner Ren­ten­ver­si­che­rung?

Gern bera­ten wir dich kos­ten­frei und hel­fen Dir dabei, die bes­te Lösung für Dich zu fin­den.

Fonds­ge­bun­de­ne Ren­ten­ver­si­che­rung (Funk­ti­ons­wei­se)

Bei einer fonds­ge­bun­de­nen Ren­ten­ver­si­che­rung wird das Kapi­tal ganz oder teil­wei­se in Invest­ment­fonds inves­tiert. Dadurch stei­gen die Ren­di­te­chan­cen deut­lich, gleich­zei­tig aber auch die Schwan­kun­gen.

Die Ver­si­che­rung über­nimmt wei­ter­hin:

  • lebens­lan­ge Ren­ten­zah­lung
  • Ver­wal­tung des Ver­trags
  • steu­er­li­che Struk­tur
  • optio­na­len Hin­ter­blie­be­nen­schutz

ETF-basier­te Ren­ten­ver­si­che­rung: moder­ner Ansatz

Moder­ne Tari­fe set­zen ver­stärkt auf ETFs. Die­se bie­ten:

  • brei­te Diver­si­fi­ka­ti­on
  • gerin­ge Fonds­kos­ten
  • trans­pa­ren­te Anla­ge­stra­te­gie
  • lang­fris­tig attrak­ti­ve Ren­di­te­chan­cen

Eine ETF-basier­te Poli­ce ver­bin­det Kapi­tal­markt­chan­cen mit Ver­si­che­rungs­ele­men­ten. Sie ist die moder­ne­re Vari­an­te zu der klas­si­sche und fonds­ge­bun­de­nen Ren­te mit aktiv gema­nag­ten Fonds.

Vor­tei­le fonds­ge­bun­de­ner und ETF-Poli­cen

Höhe­re Ren­di­te­chan­cen

Lang­fris­tig bie­ten Akti­en­märk­te höhe­re Ertrags­mög­lich­kei­ten als fest­ver­zins­li­che Anla­gen. Fonds­ge­bun­de­ne Poli­cen kön­nen die­se Ent­wick­lung nut­zen.

Steu­er­li­che Vor­tei­le

Bei Ren­ten­zah­lung wird nur der Ertrags­an­teil besteu­ert. Bei Kapi­tal­aus­zah­lung gel­ten eben­falls beson­de­re steu­er­li­che Rege­lun­gen.

Auto­ma­ti­scher Über­gang in Ren­te

Vie­le Ver­trä­ge ermög­li­chen einen glei­ten­den Über­gang von Kapi­tal­pha­se in Ren­ten­pha­se.

Risi­ken und Kos­ten­struk­tu­ren

Markt­ri­si­ko

Die Wert­ent­wick­lung hängt von den Kapi­tal­märk­ten ab. Kurz­fris­ti­ge Ver­lus­te sind mög­lich.

Kom­ple­xi­tät

Ver­trags­be­din­gun­gen, Fonds­struk­tur und Kos­ten­mo­del­le kön­nen schwer ver­ständ­lich sein. Oft­mals sind die­se auch kaum ersicht­lich.

Kos­ten­ebe­nen

  • Ver­si­che­rungs­ge­büh­ren
  • Fonds­kos­ten
  • Ver­wal­tungs­kos­ten
  • ggf. Garan­tie­bau­stei­ne

Die­se Kos­ten kön­nen Ren­di­ten deut­lich beein­flus­sen.

Effek­tiv­kos­ten: die eine Zahl, auf die es ankommt

Jeder Anbie­ter muss im Pro­dukt­in­for­ma­ti­ons­blatt die Effek­tiv­kos­ten aus­wei­sen – die Kenn­zahl, um die dei­ne jähr­li­che Ren­di­te durch alle Ver­trags­kos­ten gemin­dert wird. Sie bün­delt Abschluss‑, Verwaltungs‑, Fonds- und Risi­ko­kos­ten in einem Wert. Zwei Poli­cen mit iden­ti­schem Fonds kön­nen sich hier um mehr als einen Pro­zent­punkt unter­schei­den, und genau die­ser Punkt ent­schei­det über zehn­tau­sen­de Euro End­ka­pi­tal.

Effek­tiv­kos­ten p. a.Ein­ord­nungWas das bedeu­tet
unter 0,5 %sehr güns­tigmeist Net­to- oder Hono­rar­ta­ri­fe ohne Abschluss­pro­vi­si­on
0,5 – 1,0 %güns­tigschlan­ke Fonds­po­li­cen, oft mit ETF-Aus­wahl
1,0 – 1,5 %durch­schnitt­lichder Markt­durch­schnitt vie­ler Brut­to­ta­ri­fe
über 1,5 %teu­erKos­ten fres­sen einen erheb­li­chen Teil der Ren­di­te
Ein­ord­nung der Effek­tiv­kos­ten. Dei­nen kon­kre­ten Wert fin­dest du im Pro­dukt­in­for­ma­ti­ons­blatt dei­nes Ange­bots.

Die ers­te Fra­ge an jeden Anbie­ter lau­tet des­halb: Wie hoch sind die Effek­tiv­kos­ten? Wer dar­auf aus­wei­chend ant­wor­tet, hat meist einen Grund dafür.

Pri­va­te Ren­te vs. ETF-Depot, der gro­ße Ver­gleich

Vie­le Anle­ger ste­hen vor der Ent­schei­dung:

ETF-Depot oder pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung?

ETF-Depot

Vor­tei­le:

  • sehr nied­ri­ge Kos­ten
  • hohe Fle­xi­bi­li­tät
  • vol­le Kon­trol­le über Kapi­tal
  • hohe Ren­di­te­chan­cen

Nach­tei­le:

  • kein lebens­lan­ges Ein­kom­men garan­tiert
  • Ent­nah­me­pla­nung erfor­der­lich
  • emo­tio­na­le Fehl­ent­schei­dun­gen mög­lich

Ren­ten­ver­si­che­rung

Vor­tei­le:

  • lebens­lan­ge Aus­zah­lung
  • Struk­tu­rier­te Vor­sor­ge
  • steu­er­li­che Vor­tei­le
  • Hin­ter­blie­be­nen­schutz

Nach­tei­le:

  • weni­ger fle­xi­bel
  • höhe­re Kos­ten
  • lang­fris­ti­ge Bin­dung

Rechen­bei­spiel: 100 Euro monat­lich über 30 Jah­re

Ange­nom­men, du sparst 100 € im Monat über 30 Jah­re – ins­ge­samt 36.000 € Ein­zah­lung – und der zugrun­de lie­gen­de Akti­en­markt lie­fert 6 % Brut­to­ren­di­te pro Jahr. Der ein­zi­ge Unter­schied zwi­schen den Vari­an­ten sind die Kos­ten:

Vari­an­teKos­ten p. a.End­ka­pi­talGewinn
ETF-Depot0,20 % (TER)96.693 €60.693 €
Fonds­po­li­ce, güns­tig0,60 % effek­tiv89.661 €53.661 €
Fonds­po­li­ce, teu­er1,50 % effek­tiv75.939 €39.939 €
Eige­ne Berech­nung, 6 % Brut­to­ren­di­te, monat­li­che Ver­zin­sung. Ange­nom­me­ne Wer­te – dei­ne tat­säch­li­chen Kos­ten und die Markt­ren­di­te wei­chen ab.

Der Abstand zwi­schen güns­ti­ger und teu­rer Poli­ce beträgt 13.722 € – bei iden­ti­schem Spar­be­trag und iden­ti­scher Markt­ent­wick­lung. Das ist der Grund, war­um pau­scha­le Aus­sa­gen wie „Ver­si­che­run­gen loh­nen sich nicht“ genau­so falsch sind wie „Ver­si­che­run­gen sind immer die bes­se­re Wahl“. Es kommt auf den Tarif an.

Steu­er­li­che Behand­lung der pri­va­ten Ren­ten­ver­si­che­rung

Die steu­er­li­che Behand­lung ist ein oft unter­schätz­ter Vor­teil.

  • Bei­trä­ge wer­den aus ver­steu­er­tem Ein­kom­men gezahlt
  • wäh­rend der Anspar­pha­se fal­len kei­ne Steu­ern auf Fonds­um­schich­tun­gen an
  • bei Ren­ten­zah­lung wird nur der Ertrags­an­teil ver­steu­ert
  • bei Kapi­tal­aus­zah­lung gilt ab dem 62 Lebens­jahr ein redu­zier­ter Steu­er­satz (Hal­ber­trags­ver­fah­ren oder Halb­ein­künf­te­ver­fah­ren)

Die­se Effek­te kön­nen lang­fris­tig spür­bar sein.

Steu­ern: hier dreht sich das Bild

Im rei­nen Kos­ten­ver­gleich liegt das Depot vorn. Bei der Besteue­rung gilt das Gegen­teil – und zwar deut­lich.

ETF-Depot

Kurs­ge­win­ne unter­lie­gen der Abgel­tung­s­teu­er von 25 % (§ 32d Abs. 1 EStG), zuzüg­lich 5,5 % Soli­da­ri­täts­zu­schlag – zusam­men 26,375 %, gege­be­nen­falls plus Kir­chen­steu­er. Bei Akti­en­fonds sind 30 % der Erträ­ge steu­er­frei (Akti­en­teil­frei­stel­lung, § 20 InvStG). Der Spa­rer-Pausch­be­trag von 1.000 € für Allein­ste­hen­de und 2.000 € für zusam­men ver­an­lag­te Ehe­gat­ten (§ 20 Abs. 9 EStG) bleibt zusätz­lich steu­er­frei.

Ren­ten­ver­si­che­rung mit Kapi­tal­aus­zah­lung

Wird das Kapi­tal auf einen Schlag aus­ge­zahlt, greift die soge­nann­te 12/62-Regel: Läuft der Ver­trag min­des­tens zwölf Jah­re und erfolgt die Aus­zah­lung nach Voll­endung des 62. Lebens­jah­res, ist nur die Hälf­te des Ertrags steu­er­pflich­tig – und zwar mit dei­nem per­sön­li­chen Steu­er­satz (§ 20 Abs. 1 Nr. 6 S. 2 EStG, für Ver­trä­ge ab 2012 nach § 52 Abs. 28 S. 7 EStG). Bei fonds­ge­bun­de­nen Poli­cen sind zusätz­lich 15 % des Ertrags steu­er­frei (§ 20 Abs. 1 Nr. 6 S. 9 EStG).

Ren­ten­ver­si­che­rung mit lebens­lan­ger Ren­te

Ent­schei­dest du dich für die lebens­lan­ge Ren­te, wird nur der Ertrags­an­teil besteu­ert – ein fes­ter Pro­zent­satz, der allein vom Alter bei Ren­ten­be­ginn abhängt (§ 22 Nr. 1 S. 3 Buchst. a bb EStG):

Alter bei Ren­ten­be­ginnSteu­er­pflich­ti­ger Ertrags­an­teil
60 bis 61 Jah­re22 %
62 Jah­re21 %
63 Jah­re20 %
64 Jah­re19 %
65 bis 66 Jah­re18 %
67 Jah­re17 %
68 Jah­re16 %
Ertrags­an­teil nach § 22 EStG – je spä­ter der Ren­ten­be­ginn, des­to gerin­ger der steu­er­pflich­ti­ge Anteil.

Kon­kret: Wer mit 67 eine monat­li­che Ren­te von 250 € bezieht, ver­steu­ert davon nur 17 % – also 42,50 €. Bei einem per­sön­li­chen Steu­er­satz von 30 % blei­ben davon rund 12,75 € Steu­er pro Monat. Die übri­gen 237 € flie­ßen steu­er­frei.

Das Bei­spiel von oben – nach Steu­ern

Rech­nen wir die drei Vari­an­ten mit Kapi­tal­aus­zah­lung zu Ende, bei einem per­sön­li­chen Steu­er­satz von 30 % im Aus­zah­lungs­jahr:

Vari­an­teEnd­ka­pi­talSteu­erNet­to
ETF-Depot (0,20 %)96.693 €10.942 €85.752 €
Fonds­po­li­ce güns­tig (0,60 %)89.661 €6.842 €82.820 €
Fonds­po­li­ce teu­er (1,50 %)75.939 €5.092 €70.846 €
Eige­ne Berech­nung. Depot: 30 % Akti­en­teil­frei­stel­lung, 1.000 € Spa­rer-Pausch­be­trag, 26,375 % Abgel­tung­s­teu­er inkl. SolZ. Poli­ce: 15 % Teil­frei­stel­lung, hal­ber Ertrag zum per­sön­li­chen Satz. Vor­ab­pau­scha­len wäh­rend der Anspar­pha­se sind der Ein­fach­heit hal­ber nicht berück­sich­tigt.

Der Vor­sprung des Depots schrumpft nach Steu­ern von gut 7.000 € auf knapp 3.000 € – und kehrt sich um, sobald du statt der Kapi­tal­aus­zah­lung die lebens­lan­ge Ren­te wählst. Bei der teu­ren Poli­ce bleibt der Rück­stand dage­gen deut­lich. Nicht die Pro­dukt­art ent­schei­det, son­dern die Kos­ten.

Ren­ten­fak­tor: was aus dei­nem Kapi­tal monat­lich wird

Der Ren­ten­fak­tor gibt an, wie viel monat­li­che Ren­te du je 10.000 € Ver­trags­gut­ha­ben erhältst. Liegt er bei 28 €, erge­ben 90.000 € Kapi­tal eine lebens­lan­ge Ren­te von rund 252 € im Monat. Bei einem Ren­ten­fak­tor von 22 € wären es nur 198 € – bei iden­ti­schem Kapi­tal ein Unter­schied von 54 € monat­lich, über 25 Ren­ten­jah­re rund 16.200 €.

Ach­te auf den Unter­schied zwi­schen garan­tier­tem und aktu­el­lem, unver­bind­li­chem Ren­ten­fak­tor. Nur der garan­tier­te Wert steht dir sicher zu. Und: Die lebens­lan­ge Ren­te ist die ein­zi­ge Form, die dich gegen Lang­le­big­keit absi­chert – ein Ent­nah­me­plan aus dem Depot kann auf­ge­braucht sein, eine Leib­ren­te nicht.

Die Ren­ten­fak­to­ren kon­kre­ter Tari­fe prü­fen wir im Bera­tungs­ge­spräch gemein­sam – sie unter­schei­den sich von Anbie­ter zu Anbie­ter erheb­lich.

Fle­xi­bi­li­tät, Ver­füg­bar­keit und Ver­trags­ge­stal­tung

Moder­ne Poli­cen bie­ten inzwi­schen mehr Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten als frü­her:

  • Bei­trags­pau­sen
  • Zuzah­lun­gen
  • Fonds­wech­sel
  • Teil­ent­nah­men
  • fle­xi­ble Ren­ten­be­gin­ne

Trotz­dem bleibt eine Ren­ten­ver­si­che­rung grund­sätz­lich ein lang­fris­ti­ges Pro­dukt.

Für wen ist eine pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung sinn­voll?

Eine pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung sinn­voll ist beson­ders für:

  • Per­so­nen mit hohem Sicher­heits­be­dürf­nis
  • Men­schen, die lebens­lan­ge Ren­te möch­ten
  • Anle­ger ohne Zeit oder Wis­sen für eige­ne Anla­ge­ent­schei­dun­gen
  • Per­so­nen mit steu­er­li­chen Opti­mie­rungs­mög­lich­kei­ten
  • Men­schen mit hohem Lang­le­big­keits­ri­si­ko

Weni­ger geeig­net ist sie für Anle­ger, die maxi­ma­le Fle­xi­bi­li­tät und Kos­ten­mi­ni­ma­lis­mus prio­ri­sie­ren.

Typi­sche Feh­ler bei Abschluss einer pri­va­ten Ren­te

  • Abschluss ohne Ver­gleich ver­schie­de­ner Tari­fe
  • Fokus nur auf Garan­tie statt auf Gesamt­stra­te­gie
  • fal­sche Lauf­zeit­pla­nung
  • feh­len­de Kom­bi­na­ti­on mit ande­ren Vor­sor­ge­bau­stei­nen
  • Wahl eines zu teu­ren Anbie­ters (Unter­schät­zung der Kos­ten)

Eine Ren­ten­ver­si­che­rung soll­te immer Teil einer Gesamt­stra­te­gie sein, nicht allei­ni­ge Lösung.

Wann sich die Poli­ce rech­net – und wann nicht

Eher ja, wenn …

  • du die lebens­lan­ge Ren­te tat­säch­lich willst und Lang­le­big­keit absi­chern möch­test
  • die Effek­tiv­kos­ten unter etwa 1 % lie­gen (Net­to- oder schlan­ke Fonds­ta­ri­fe)
  • du min­des­tens 12 Jah­re Lauf­zeit und Aus­zah­lung ab 62 ein­pla­nen kannst
  • dein per­sön­li­cher Steu­er­satz im Ruhe­stand deut­lich nied­ri­ger sein wird als heu­te
  • du Wert dar­auf legst, dass Umschich­tun­gen im Ver­trag steu­er­frei mög­lich sind

Eher nein, wenn …

  • die Effek­tiv­kos­ten über 1,5 % lie­gen
  • du fle­xi­bel blei­ben und jeder­zeit voll­stän­dig an dein Geld kom­men willst
  • der Anla­ge­ho­ri­zont unter 12 Jah­ren liegt – dann ent­fal­len die Steu­er­vor­tei­le
  • du die Bei­trä­ge rea­lis­tisch nicht bis zum Ende durch­hal­ten kannst
  • dir eine lebens­lan­ge Ren­te weni­ger wich­tig ist als maxi­ma­le End­sum­me

Häu­fi­ge Fra­gen

Lohnt sich eine pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung über­haupt noch?

Pau­schal lässt sich das nicht beant­wor­ten. Bei Effek­tiv­kos­ten unter 1 % und dem Wunsch nach lebens­lan­ger Ren­te kann sie sich klar rech­nen – die Steu­er­vor­tei­le in der Ren­ten­pha­se glei­chen den Kos­ten­nach­teil gegen­über dem Depot teil­wei­se oder ganz aus. Bei Effek­tiv­kos­ten über 1,5 % ist ein ETF-Depot in den meis­ten Sze­na­ri­en über­le­gen.

Was ist bes­ser: pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung oder ETF-Depot?

Das Depot gewinnt beim Auf­bau (gerin­ge­re Kos­ten, vol­le Fle­xi­bi­li­tät), die Poli­ce bei der Aus­zah­lung (Ertrags­an­teil­be­steue­rung, Lang­le­big­keits­schutz). Vie­le sinn­vol­le Kon­zep­te kom­bi­nie­ren bei­des, statt sich auf eines fest­zu­le­gen.

Wie hoch sind die Kos­ten einer pri­va­ten Ren­ten­ver­si­che­rung?

Markt­üb­lich sind Effek­tiv­kos­ten zwi­schen 0,4 % und über 2 % pro Jahr. Der Wert steht ver­pflich­tend im Pro­dukt­in­for­ma­ti­ons­blatt. Bei 100 € monat­lich über 30 Jah­re ent­schei­det die­ser eine Wert über mehr als 13.000 € End­ka­pi­tal.

Kann ich eine pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung vor­zei­tig kün­di­gen?

Ja, aber meist mit Ver­lust: In den ers­ten Jah­ren liegt der Rück­kaufs­wert häu­fig unter den ein­ge­zahl­ten Bei­trä­gen, weil Abschluss­kos­ten bereits ver­rech­net wur­den. Zudem ent­fal­len die Steu­er­vor­tei­le der 12/62-Regel. Bei­trags­frei­stel­lung oder Bei­trags­re­du­zie­rung sind in der Regel die bes­se­re Alter­na­ti­ve.

Was pas­siert mit dem Geld, wenn ich früh ster­be?

Das hängt von der ver­ein­bar­ten Hin­ter­blie­be­nen­leis­tung ab: In der Anspar­pha­se wird meist das Gut­ha­ben aus­ge­zahlt, in der Ren­ten­pha­se greift – falls ver­ein­bart – eine Ren­ten­ga­ran­tie­zeit. Ohne ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­rung ver­fällt das Rest­ka­pi­tal beim Ver­si­che­rer.

Wie erken­ne ich einen guten Tarif?

An drei Zah­len: Effek­tiv­kos­ten, garan­tier­ter Ren­ten­fak­tor und Fonds­aus­wahl (idea­ler­wei­se breit streu­en­de ETFs mit nied­ri­ger TER). Alles ande­re ist nach­ran­gig.

Fazit: Lohnt sich eine pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung wirk­lich?

Ja eine pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung lohnt sich. Eine pri­va­te Ren­te im Ver­gleich zu ande­ren Vor­sor­ge­for­men zeigt:

  • Klas­si­sche Tari­fe bie­ten Sicher­heit, aber begrenz­te Ren­di­te
  • Fonds­ge­bun­de­ne Lösun­gen bie­ten Chan­cen, aber auch Risi­ken
  • ETF-basier­te Poli­cen kön­nen ein guter Mit­tel­weg sein

Ob sie sich eine Ren­ten­ver­si­che­rung am Ende der Lauf­zeit lohnt, hängt von der Kos­ten­struk­tur, der Ren­di­te der gewähl­ten Fonds und der Dis­zi­plin des Kun­den ab.

So tref­fen Sie die rich­ti­ge Ent­schei­dung

Bevor Sie sich ent­schei­den, prü­fen Sie:

  • Wie hoch ist Ihre Vor­sor­ge­lü­cke?
  • Wie viel Sicher­heit benö­ti­gen Sie?
  • Wie wich­tig ist Fle­xi­bi­li­tät?
  • Wel­che Rol­le soll Kapi­tal­markt-Ren­di­te spie­len?
  • Habe ich einen Bera­ter, der gege­be­nen­falls auch ohne Abschluss­kos­ten bera­ten kann

Eine fun­dier­te Ent­schei­dung basiert nicht auf Wer­bung oder Bauch­ge­fühl, son­dern auf einer kla­ren Ana­ly­se Ihrer finan­zi­el­len Situa­ti­on und Zie­le. Hier­bei unter­stüt­zen wir Sie ger­ne und zei­gen Ihnen unver­bind­lich auf, was wirk­lich zu Ihnen passt.

 

Stand: Sep­tem­ber 2026. Alle Steu­er­an­ga­ben bezie­hen sich auf die zum Zeit­punkt der Ver­öf­fent­li­chung gel­ten­de Rechts­la­ge und erset­zen kei­ne steu­er­li­che Bera­tung. Das Rechen­bei­spiel nutzt ange­nom­me­ne Wer­te zur Ver­an­schau­li­chung; tat­säch­li­che Kos­ten, Ren­di­ten und Ren­ten­fak­to­ren hän­gen vom kon­kre­ten Tarif ab.

Quel­len und wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen

  • Kontakt

  • Lorem Ipsum Finanz GmbH
    Breslauer Str. 19 a
    D-90513 Zirndorf

  • Telefon: 0151/28982203
    E-Mail: gf@lif.gmbh