7 häu­fi­ge Feh­ler bei der Alters­vor­sor­ge und wie Sie sie ver­mei­den

Ältere Menschen genießen an einem sonnigen Herbsttag den Park und tauschen sich über digitale Geräte aus.

Lese­zeit: 9 Minu­ten

Das Wich­tigs­te in Kür­ze

  • Die gesetz­li­che Ren­te allein reicht für vie­le Men­schen nicht aus, um den Lebens­stan­dard im Alter zu sichern.
  • Einer der größ­ten Feh­ler ist, zu spät mit der Alters­vor­sor­ge zu begin­nen und den Zin­ses­zins­ef­fekt zu unter­schät­zen.
  • Infla­ti­on wird häu­fig igno­riert, obwohl sie lang­fris­tig einen erheb­li­chen Teil der Kauf­kraft auf­frisst.
  • Vie­le Men­schen set­zen auf ein ein­zel­nes Vor­sor­ge­pro­dukt statt auf eine aus­ge­wo­ge­ne Kom­bi­na­ti­on.
  • Feh­len­de Pla­nung führt oft zu einer Vor­sor­ge­lü­cke, die erst kurz vor dem Ruhe­stand auf­fällt.
  • Wer typi­sche Feh­ler kennt und früh­zei­tig gegen­steu­ert, kann sei­ne Alters­vor­sor­ge deut­lich sta­bi­ler auf­stel­len.

War­um pas­sie­ren so häu­fig Feh­ler bei der Alters­vor­sor­ge

Alters­vor­sor­ge ist ein The­ma, das vie­le Men­schen ger­ne auf­schie­ben. Der Ruhe­stand liegt zunächst  weit in der Zukunft, das Ein­kom­men wird aktu­ell für ande­re Din­ge gebraucht, und die Aus­wahl an Mög­lich­kei­ten für das Alter vor­zu­sor­gen wirkt abschre­ckend.

Feh­ler in der Alters­vor­sor­ge ent­ste­hen sel­ten aus Nach­läs­sig­keit. Meist sind es Denk­feh­ler, feh­len­de Infor­ma­tio­nen oder fal­sche Prio­ri­tä­ten. Das Pro­blem: Vie­le die­ser Feh­ler wir­ken lei­se, aber lang­fris­tig sehr stark. Sie füh­ren dazu, dass sich eine Vor­sor­ge­lü­cke auf­baut, die erst spät erkannt wird. Oft dann, wenn kaum noch Zeit bleibt, gegen­zu­steu­ern.

Feh­ler 1: Zu spät mit der Alters­vor­sor­ge begin­nen

Einer der häu­figs­ten und gleich­zei­tig fol­gen­reichs­ten Feh­ler ist, den Start der Alters­vor­sor­ge immer wei­ter auf­zu­schie­ben. Vie­le Men­schen den­ken: „Spä­ter ver­die­ne ich mehr, dann spa­re ich mehr.“

Das Pro­blem dabei ist der Zeit­fak­tor. Wer früh beginnt, pro­fi­tiert über Jahr­zehn­te vom Zin­ses­zins­ef­fekt. Wer spät star­tet, muss deut­lich höhe­re Beträ­ge inves­tie­ren, um den­sel­ben Effekt zu erzie­len.

War­um die­ser Feh­ler so teu­er ist

  • Zeit lässt sich nicht nach­ho­len
  • Spä­te­re Spar­ra­ten müs­sen deut­lich höher aus­fal­len
  • Markt­schwan­kun­gen las­sen sich schlech­ter aus­glei­chen

Selbst klei­ne Beträ­ge, die früh inves­tiert wer­den, kön­nen lang­fris­tig mehr bewir­ken als hohe Ein­zah­lun­gen kurz vor der Ren­te.

So ver­mei­den Sie die­sen Feh­ler:
Begin­nen Sie so früh wie mög­lich, auch mit klei­nen Beträ­gen. Ent­schei­dend ist nicht die Höhe der ers­ten Ein­zah­lung, son­dern der Start­zeit­punkt.

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Feh­ler 2: Sich allein auf die gesetz­li­che Ren­te ver­las­sen

Vie­le Men­schen gehen davon aus, dass die gesetz­li­che Alters­vor­sor­ge aus­rei­chen wird. Die­se Annah­me war frü­her teil­wei­se berech­tigt, gilt heu­te jedoch für die meis­ten nicht mehr.

Die gesetz­li­che Ren­te ist als Grund­ab­si­che­rung gedacht. Sie soll vor Alters­ar­mut schüt­zen, nicht jedoch auto­ma­tisch den gewohn­ten Lebens­stan­dard sichern. Demo­gra­fi­sche Ver­än­de­run­gen, län­ge­re Ren­ten­be­zugs­zei­ten und poli­ti­sche Begren­zun­gen füh­ren dazu, dass das Ren­ten­ni­veau unter Druck steht. In Zukunft ist mit einem fal­len­den Ren­ten­ni­veau zu rech­nen. Wie die unten­ste­hen­de Gra­fik zeigt, muss man hier auch ganz klar zwi­schen der Ren­te von Män­nern und Frau­en unter­schei­den.

Quel­le mit ein­bau­en oder Gra­fik: https://www.demografie-portal.de/DE/Fakten/Bilder/gross/rentenhoehe.png?__blob=publicationFile&v=1

Typi­sche Fol­gen die­ses Feh­lers

  • Der Lebens­stan­dard sinkt im Ruhe­stand deut­lich
  • Uner­war­te­te Aus­ga­ben wer­den zur Belas­tung
  • Abhän­gig­keit von staat­li­chen Leis­tun­gen nimmt zu

So ver­mei­den Sie die­sen Feh­ler:
Betrach­ten Sie die gesetz­li­che Ren­te als Basis, nicht als voll­stän­di­ge Lösung. Pri­va­te Vor­sor­ge ist kein Luxus, son­dern für vie­le Men­schen not­wen­dig.

Feh­ler 3: Die Infla­ti­on unter­schät­zen

Die Infla­ti­on ist einer der meist­un­ter­schätz­ten Fak­to­ren in der Alters­vor­sor­ge. Vie­le rech­nen mit fes­ten Euro-Beträ­gen und ver­ges­sen, dass Geld über die Zeit an Kauf­kraft ver­liert.

Was heu­te 1.000 Euro wert ist, wird in 20 oder 30 Jah­ren deut­lich weni­ger wert sein. Selbst eine mode­ra­te Infla­ti­on kann lang­fris­tig erheb­li­che Aus­wir­kun­gen haben. Die Infla­ti­on ist immer ein schlei­chen­der Pro­zess und wird sehr oft unter­schätzt.

War­um Infla­ti­on so gefähr­lich ist

  • Sie wirkt schlei­chend, aber kon­stant
  • Klas­si­sche Spar­pro­duk­te ver­lie­ren real an Wert
  • Nomi­na­le Sicher­heit bedeu­tet nicht rea­le Sicher­heit

Wer nur auf nomi­na­le Garan­tien setzt, ris­kiert einen rea­len Kauf­kraft­ver­lust im Alter.

So ver­mei­den Sie die­sen Feh­ler:
Berück­sich­ti­gen Sie Infla­ti­on bei jeder lang­fris­ti­gen Pla­nung. Set­zen Sie zumin­dest teil­wei­se auf Vor­sor­ge­lö­sun­gen mit rea­len Ren­di­te­chan­cen. Fra­gen Sie einen Finanz­ex­per­ten wie die Ren­te mit und ohne Infla­ti­on aus­sieht oder nut­zen Sie einen Infla­ti­ons­rech­ner. Sie wer­den erstaunt sein.

Feh­ler 4: Kei­ne kla­re Stra­te­gie haben

Vie­le Men­schen besit­zen meh­re­re Vor­sor­ge­pro­duk­te, wis­sen aber nicht, wie die­se zusam­men­wir­ken. Bei­trä­ge wer­den hier und da gezahlt, ohne ein kla­res Ziel oder eine Gesamt­über­sicht. Ken­nen Sie zudem Ihre Ver­sor­gungs­lü­cke und Ihre Wunschren­te im Alter. Die Wunschren­te benö­ti­gen Sie um die Ver­sor­gungs­lü­cke im Alter aus­rech­nen zu kön­nen. Hier­für zie­hen Sie alle bis­he­ri­gen Ren­ten­wer­te von Ihrer Wunschren­te ab und erhal­ten somit Ihre monat­li­che Ren­ten­lü­cke. Anhand von Rech­nern, kön­nen Sie dann auch dar­aus Ihren monat­li­chen Spar­be­darf ermit­teln, um Ihre Lücke zu schlie­ßen. Ein Finanz­ex­per­te unter­stützt Sie hier­bei ger­ne.

Das Ergeb­nis ist häu­fig eine unstruk­tu­rier­te Alters­vor­sor­ge, die weder opti­mal abge­si­chert noch effi­zi­ent auf­ge­baut ist.

Anzei­chen für feh­len­de Stra­te­gie

  • Unklar­heit über die erwar­te­te Ren­ten­hö­he
  • Kei­ne Kennt­nis der eige­nen Vor­sor­ge­lü­cke
  • Zufäl­li­ge Pro­dukt­aus­wahl statt geziel­ter Pla­nung

So ver­mei­den Sie die­sen Feh­ler:
Erstel­len Sie eine Gesamt­über­sicht Ihrer Alters­vor­sor­ge. Defi­nie­ren Sie kla­re Zie­le: gewünsch­ter Lebens­stan­dard, Ren­ten­be­ginn, Sicher­heits­be­dürf­nis und Fle­xi­bi­li­tät.

Feh­ler 5: Nur auf Sicher­heit oder nur auf Ren­di­te set­zen

Ein wei­te­rer häu­fi­ger Feh­ler ist die ein­sei­ti­ge Aus­rich­tung der Alters­vor­sor­ge. Man­che set­zen aus­schließ­lich auf Sicher­heit und ver­zich­ten voll­stän­dig auf Ren­di­te­chan­cen. Ande­re gehen hohe Risi­ken ein, ohne Absi­che­rung.

Bei­de Extre­me sind pro­ble­ma­tisch.

Zu viel Sicher­heit

  • Gerin­ge oder nega­ti­ve Real­ren­di­te
  • Infla­ti­on frisst Kauf­kraft
  • Vor­sor­ge­lü­cke wächst trotz Spa­ren

Zu viel Risi­ko

  • Star­ke Schwan­kun­gen kurz vor Ren­ten­be­ginn
  • Psy­cho­lo­gi­scher Stress
  • Gefahr von Fehl­ent­schei­dun­gen in Kri­sen­zei­ten

So ver­mei­den Sie die­sen Feh­ler:
Set­zen Sie auf eine aus­ge­wo­ge­ne Mischung. Sicher­heit und Ren­di­te sind kei­ne Gegen­sät­ze, son­dern ergän­zen sich sinn­voll.

Feh­ler 6: Vor­sor­ge­pro­duk­te nicht regel­mä­ßig über­prü­fen

Ein ein­mal abge­schlos­se­ner Vor­sor­ge­ver­trag wird oft jahr­zehn­te­lang nicht mehr ange­fasst. Dabei ändern sich Lebens­si­tua­tio­nen, Ein­kom­men, gesetz­li­che Rah­men­be­din­gun­gen und per­sön­li­che Zie­le. Es emp­fiehlt sich regel­mä­ßig einen Ser­vice­check der bestehen­den Alters­vor­sor­ge­stra­te­gie durch­zu­füh­ren. Wie bei sei­nem KFZ möch­te man schließ­lich den TÜV bekom­men und wis­sen, das man auch wei­ter­hin gut mit sei­ner Alters­vor­sor­ge „fährt“.

Was vor 15 Jah­ren sinn­voll war, passt heu­te mög­li­cher­wei­se nicht mehr.

Risi­ken feh­len­der Über­prü­fung

  • Zu hohe Kos­ten
  • Unpas­sen­de Anla­ge­aus­rich­tung
  • Feh­len­de Fle­xi­bi­li­tät
  • Ver­pass­te Opti­mie­rungs­mög­lich­kei­ten

So ver­mei­den Sie die­sen Feh­ler:
Über­prü­fen Sie Ihre Alters­vor­sor­ge regel­mä­ßig. Min­des­tens alle paar Jah­re soll­te geprüft wer­den, ob Pro­duk­te, Bei­trä­ge und Zie­le noch zusam­men­pas­sen.

Feh­ler 7: Vor­sor­ge­lü­cken ver­drän­gen oder falsch ein­schät­zen

Vie­le Men­schen wis­sen theo­re­tisch, dass sie eine Vor­sor­ge­lü­cke haben, beschäf­ti­gen sich aber nicht kon­kret damit. Ande­re unter­schät­zen die Lücke mas­siv, weil sie nur auf nomi­na­le Zah­len schau­en.

Eine Vor­sor­ge­lü­cke ent­steht, wenn die erwar­te­ten Ein­nah­men im Alter nied­ri­ger sind als die gewünsch­ten Aus­ga­ben.

War­um Vor­sor­ge­lü­cken gefähr­lich sind

  • Sie wer­den oft zu spät erkannt
  • Kor­rek­tu­ren sind im höhe­ren Alter teu­er
  • Lebens­stan­dard im Ruhe­stand lei­det

So ver­mei­den Sie die­sen Feh­ler:
Berech­nen Sie Ihre Vor­sor­ge­lü­cke rea­lis­tisch. Berück­sich­ti­gen Sie Infla­ti­on, Lebens­er­war­tung und mög­li­che Zusatz­kos­ten im Alter.

Wie Sie die­se Feh­ler sys­te­ma­tisch ver­mei­den

Die gute Nach­richt: Kei­ner die­ser Feh­ler ist unver­meid­bar. Mit einer struk­tu­rier­ten Her­an­ge­hens­wei­se las­sen sich vie­le Pro­ble­me früh­zei­tig erken­nen und lösen.

Ein sinn­vol­ler Ansatz besteht aus drei Schrit­ten:

  1. Bestands­auf­nah­me
    Erfas­sen Sie alle bestehen­den Vor­sor­ge­lö­sun­gen und erwar­te­ten Leis­tun­gen.
  2. Ana­ly­se
    Prü­fen Sie, ob Ihre aktu­el­le Vor­sor­ge Ihren Zie­len ent­spricht und wel­che Lücke besteht.
  3. Anpas­sung
    Opti­mie­ren Sie Bei­trä­ge, Pro­duk­te und Stra­te­gien regel­mä­ßig.

Die­ser Pro­zess muss nicht kom­pli­ziert sein, aber er soll­te bewusst erfol­gen.

Fazit und kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lung

Alters­vor­sor­ge schei­tert sel­ten an feh­len­den Mög­lich­kei­ten, son­dern meist an fal­schen Annah­men, Auf­schie­ben oder man­geln­der Über­sicht. Die sie­ben häu­figs­ten Feh­ler zei­gen, dass es weni­ger um per­fek­te Pro­duk­te geht, son­dern um rich­ti­ge Ent­schei­dun­gen zur rich­ti­gen Zeit.

Die wich­tigs­ten Erkennt­nis­se:

  • Früh anfan­gen ist wich­ti­ger als viel spa­ren
  • Die gesetz­li­che Ren­te ist eine Basis, kei­ne Voll­ver­sor­gung
  • Infla­ti­on muss immer mit­ge­dacht wer­den
  • Eine kla­re Stra­te­gie ist ent­schei­dend
  • Regel­mä­ßi­ge Über­prü­fung schützt vor Fehl­ent­wick­lun­gen

Wenn Sie wis­sen möch­ten,

    • wie groß Ihre per­sön­li­che Vor­sor­ge­lü­cke ist,

    • wel­che Feh­ler Sie aktu­ell mög­li­cher­wei­se machen,

    • und wie Sie Ihre Alters­vor­sor­ge sta­bil und rea­lis­tisch auf­stel­len kön­nen,

dann ist jetzt der rich­ti­ge Zeit­punkt für eine struk­tu­rier­te Ana­ly­se. Alters­vor­sor­ge ist kein The­ma für spä­ter, son­dern eine Ent­schei­dung für lang­fris­ti­ge Sicher­heit und Selbst­be­stim­mung. Getreu dem Mot­to frü­her, an spä­ter den­ke

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